Die Wahl „Der schönste Mann der Welt“ – alles andere als repräsentativ

Wir verfolgen Jahr für Jahr Schönheitswettbewerbe, seien es Schönheitswettbewerbe im Fernsehen, oder lokale Schönheitsveranstaltungen. Als Otto-Normal-Verbraucher verliert man sich in der Menge an möglichen Veranstaltungen und kann alsbald gar nicht mehr zwischen seriösen und unseriösen Veranstaltungen unterscheiden. Schönheitswettbewerbe werden meistens mit weiblichen Teilnehmerinnen assoziiert, aber seit einigen Jahren existiert auch der zunehmende Trend, das Bild des schönen Mannes in den Vordergrund von Beauty-Contesten zu rücken. So werden jährlich Wettbewerbe unter dem Namen, Mister Deutschland, der schönste Mann der Welt veranstaltet.

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Im Nachfolgenden wollen wir also darüber referieren, was die Wahl des schönsten Mann der Welt wirklich ist.

Seit 1993 werden die schönsten Männer der Welt gekürt

Der schönste Mann der Welt ist ein nationaler Schönheitswettbewerb, der seit 1993 hierzulande ausgeschrieben wird. Die Teilnahmeberechtigten sind Männer zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr. Zuerst veranstaltete die MGA (Miss Germany Association GmbH, Bergeheim bei Köln) die Veranstaltung, seit 2001 ist die MGO (Miss Germany Organisation GmbH, Oldenburg) alleinig dafür verantwortlich.

Die Wettbewerbe werden jährlich an diversen Veranstaltungsorten ausgetragen. 2017 wurde die Veranstaltung im Radisson Blu Hotel in Bremen veranstaltet.

Es kann sich prinzipiell bewerben wer will. Die Bedingungen sind das Alter und drei Fotografien, „Gesicht“, „Ganzkörper“ und „Bademode“ sowie ein kurzer Lebenslauf. Nach einer Vorentscheidung nehmen die Teilnehmer an der jeweiligen Bundeslandwahl teil. Die Sieger aus diesem Wettbewerb wiederum nehmen automatisch an der Bundeswahl teil, bei welcher der schönste Mann der Welt ermittelt wird.

Die Wahlen bestehen aus jeweils zwei Durchgängen und der anschließenden Siegerehrung. In der ersten Runde können die Teilnehmer sich selbst vorstellen. Hierbei sprechen die Teilnehmer meist über ihren Beruf, ihre Hobbies und ihre Vorstellungen für die Zukunft.

Bei dieser kurzen Selbstdarstellung liegt die Wahl der Bekleidung beim Teilnehmer selbst. Die meisten Kandidaten treten in Anzügen an. Nach einer kleinen Pause folgt dann die zweite Runde. Beim zweiten Durchgang treten die Teilnehmer dann in Bademode an und präsentieren ihren Körper.

„Bei diesem Durchgang wird die Haltung bewertet“ – so heißt es im Webauftritt vom schönsten Mann der Welt.

Zum Verwechseln ähnlich -jedes Jahr dasselbe Spiel

Die gesamte Bewertung der Kandidaten erfolgt hierbei nicht etwa durch ein Zuschauer-Voting, sondern die Kandidaten werden von einer Jury bewertet. Kein Wunder also, dass die Mister Germany 2017 und Mister Germany 2018 sich verwechselnd ähnlich sehen. Der Spitzensportler und Polizist Pascal Unbehaun aus Erfurt nimmt nahtlos den Platz seines Vorgängers dem Industriekaufmann Dominik Bruntner ein.

Stellen Sie sich nicht auch die Frage, ob Mister Germany nicht besser von „Germany“ bewertet werden sollte, oder zumindest von einem Teil von Deutschland. Was sollte einen Mann mit einem solchen Titel ausmachen?

Bauchmuskeln, eine nettes Lächeln und den Zukunftswunsch unsere Erde lebenswerter zu machen – Jahr für Jahr. Ist das etwa, was Deutschland zu bieten hat? Repräsentieren diese Eigenschaften unser Deutschland?

Bei dieser Wahl in Deutschland wird meiner Meinung viel zu wenig Wert darauf gelegt, den Männern auch etwas mehr Anforderungen zu stellen als „die Haltung“. Wer wünscht, dass eine solche Plattform mehr Seriosität an den Tag legt, sollte auch darauf Acht geben, was die Sieger mit ihrer Ehrung anfangen.

Es sollte zumindest mehr sein, als anschließend bei Promi Big Brother auftreten zu müssen, damit die Menschen sich wieder an einen erinnern und man sich nicht in der Fülle der B-Promi Welt verflüchtigt.

Repräsentativ ist die Wahl des schönsten Mannes der Welt auf jeden Fall nicht, aber dies wird die Kandidaten nicht davon abhalten sich immer wieder in die Klauen des Teufels zu begeben und Unmengen an Geld für Muskelaufbau-Präparate und Badehosen auszugeben.